90 Jahre Musiksektion Wien Süd-Ost
der Gewerkschaft der Eisenbahner.

 

Die Musikkapellen der ST.E.G. (Staatseisenbahngesellschaft Südbahn) und des Heizhauses Wien Ost, schlossen sich im Jahre 1919 zusammen und gründeten den Musikverein WIEN - OSTBAHNHOF.

Leider gingen durch die Zerstörung des Ostbahnhofes im zweiten Weltkrieg, viele Unterlagen verloren, und daher kann das Vereinsleben zwischen den Jahren 1919 bis 1945 zum Großteil nur aus mündlichen Überlieferungen rekonstruiert werden.

Durch die Auflösung der Militärkapellen nach dem Ende der Monarchie, kamen erstklassige Musiker zur Eisenbahn und verhalfen dem Klangkörper zu einem hohen musikalischen Niveau. Die finanzielle Grundlage wurde von den Bediensteten des Heizhauses und des Bahnhofes, die fast zur Gänze Mitglieder des Musikvereins waren, geschaffen.

Von der hohen Qualität des Orchesters zeugen die ehrenvollen Berufungen zur Eröffnung des Amalienbades im Jahre 1926, zur Verfassungsfeier im Zirkus Busch, sowie die Auslandsreisen nach Deutschland und Ungarn. Verantwortlich waren damals die  Obmänner: Johann RATZINGER, Karl NOWAK und Josef BREUER, sowie die Kapellmeister: Andreas NEUBAUER, Bert SCHUBERT, Isidor KREISL, Karl RICHTER und Rudolf PARTH.

Kapellmeister Rudolf PARTH nahm sofort nach Ende des zweiten Weltkrieges, noch im Jahre 1945, den Musikbetrieb wieder auf. Der erste Obmann nach dem Krieg, Karl KETTLER und der Kassier Josef GEPPERTH, erkannten die Zeichen der Zeit und gliederten den ehemaligen Musikverein Wien Ostbahnhof als Musiksektion, an die Gewerkschaft der Eisenbahner, Ortsgruppe 12 Wien-Ost, an.

Mitte der 50er Jahre übergab Kapellmeister Rudolf PARTH aus Altersgründen die Leitung der Musikkapelle an den hervorragenden Musiker Josef GATTRINGER. Der junge Franz LENTNER wurde zum Kapellmeister-Stellvertreter gewählt.

Nach Obmann Karl KETTLER übernahm August MILOSITS vom Jahre 1954 bis zum Jahre 1958 die Stelle des Obmannes bis auch er aus Altersgründen sein Amt zur Verfügung stellte.

Altersbedingtes Ausscheiden von Musikern und Mitgliedern  stellte die Vereinsleitung vor große Probleme und der oftmalige Wechsel der provisorischen Probelokale bescherte dem Verein  erhebliche Verluste an Instrumenten und Archivmaterial.

Im Jahre 1958 entschloss man sich für eine Verjüngung der Sektionsleitung und wählte die Kollegen Erich STEINBÖCK und Josef HRNECZEK zu Obmann und Stellvertreter, wobei HRNECZEK auch seine Erfahrungen als aktiver Musiker mit einbringen konnte. Nach dem Wechsel von Obmann Erich STEINBÖCK in den Personalausschuss erledigte nun Josef HRNECZEK als geschäftsführender Obmann die tägliche Vereinsarbeit.

Trotz steigenden Wohlstandes ist es dem jungen Team gelungen den Mitgliederstand zu heben und das Interesse der Kollegen an der eigenen Blasmusik zu wecken. Die Neuaufnahmen bei den ÖBB führten dem Orchester auch wertvolle junge Musiker zu, und durch den Neubau des Wiener Südbahnhofes, konnte 1961 ein ständiges Probelokal bezogen werden. Die Zusammenlegung der Ortsgruppen Wien Ost mit den Kollegen des Wiener Südbahnhofes ergab auch den neuen Namen:

MUSIKSEKTION WIEN SÜD - OST.

Die vom geschäftsführenden Obmann, Josef HRNECZEK, eingeführten Probenkonzerte in der Bahnhofshalle Ostseite, hoben nicht nur das musikalische Niveau, sondern erfreuten auch das Reisepublikum und erhöhten dadurch wesentlich den Bekanntheitsgrad des Orchesters. Dies führte in der Folge zu vielen öffentlichen Verpflichtungen der Musikkapelle, und noch größerer Akzeptanz bei den Kollegen des Wiener Südbahnhofes.

Dem Kunstverständnis und der Weitsicht der damaligen Bahnhofsvorstände ist es zu verdanken, dass die Probenkonzerte in der Bahnhofshalle Ostseite erfolgen konnten. Es waren dies die Herren Regierungsräte: Rudolf HUBER, Karl PLUHAR, Wilhelm BACHMAYER, Günther OPRAVIL und Franz CADILEK, die während ihrer Dienstzeit auch das Amt eines Präsidenten der Musiksektion Wien Süd-Ost, übernahmen.

Nach vielen Schwierigkeiten konnte im Mai 1959 die erste Auslandsreise nach dem Krieg unternommen werden. Sie führte das Orchester über eine Einladung der örtlichen Gemeindemusikkapelle, nach ENINGEN u.A., Würtemberg. 1960 kam die Eninger Musik mit einer Gegeneinladung zu uns nach Wien, und von da an erfolgten in 2jährigen Abständen gegenseitige Besuche.

Der große Erfolg beim ersten Auftritt unseres Orchesters im August 1960 beim Großheurigen in Pfaffstätten, hatte zur Folge, dass der jeweilige Mittwoch, an dem unser Orchester beim Großheurigen auftrat, in den nächsten Jahrzehnten zum Eisenbahnertag und somit ein Publikumsrenner wurde.

Eine 10tägige Konzertreise, vom 1. bis 10. September 1961, führte das Orchester nach Würtemberg, zum Musikverein SULZBACH-MURR und anschließend zu unseren Freunden in ENINGEN u.A. wo bei zahlreichen Auftritten, durch typisch Österreichische Blasmusik, große Erfolge gefeiert werden konnten. Das große Echo in der jeweiligen Lokalpresse trug nicht unwesentlich zur Werbung für unsere Heimatstadt Wien bei.

Beim legendären Süd-Ostbahnerball spielten dieselben Musiker vor Mitternacht Streichmusik und nach der Mitternachtspause Blasmusik.  Außer den traditionellen Auftritten beim Maiaufmarsch und Tag des Kindes, gab es Konzerte in der Wiener Stadthalle bei Oktoberfest und Frühschoppen, Schiffstaufen in Korneuburg, sowie Eröffnungsfeiern bei den Internationalen Gartenausstellungen in Wien.

Eine ehrenvolle Einladung kam im Oktober 1968 aus Stuttgart wo das Orchester beim Sozialwerk der Deutschen Eisenbahnergewerkschaft zwei Wiener Abende mit traditioneller Blasmusik, Schrammelmusik (Leitung Kplm. Gattringer) und anschließender Tanzmusik bestritt. Der große Erfolg dieser Veranstaltung wurde am letzten Tag durch ein Konzert vor dem Stuttgarter Rathaus mit anschließendem Empfang beim Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart gekrönt.

Es folgten Einladungen nach Trnava (Slowakei)und Zagreb. (Kroatien) Die Kollegen aus Trnava waren dann auch bei uns in Wien zu Gast wo sie Konzerte am Südbahnhof und bei unserem Ausflug in Grünbach am Schneeberg gaben.

Die musikalischen Einsätze umfassten selbstverständlich die Mitwirkung bei sämtlichen Ausflügen und Veranstaltungen der Ortsgruppe, sowie bei Fußballspielen des ESV-SÜD-OST und Hobbymatches der einzelnen Exekutiven. Zum Begräbnis von Mitgliedern wird auf Wunsch die Trauermusik oder ein Kranz beigestellt.

Unser verdienter und beliebter Kapellmeister Josef GATTRINGER, übergab im Jahre 1969 aus gesundheitlichen Gründen, die Stabführung an den jungen, aufstrebenden Kapellmeister und Komponisten Johann ÖSTERREICHER. Kapellmeister-Stellvertreter blieb weiterhin Franz LENTNER, der jahrelang in dankenswerter Weise bei Verhinderung des Dirigenten die Leitung des Orchesters übernahm.

In den folgenden Jahren wurde das Orchester auch für die, in den Sommermonaten abgehaltenen Konzerte, in den Wiener Parkanlagen verpflichtet. Das war insofern als Qualitätsbeweis zu werten, da diese Konzerte bisher ausschließlich von Orchestern der Wiener Stadtwerke bestritten wurden.

Im Jahre 1975 wurden die Musiker mit neuen Uniformen eingekleidet. Bedingt durch seine Ruhestandsversetzung im Jahre 1977, legte Josef HRNECZEK seine Funktion als geschäftsführender Obmann zurück, blieb aber dem Orchester als Musiker erhalten. Die Verdienste, die er sich während seiner 18 jährigen Tätigkeit in dieser Funktion erworben hat, wurden bei der Jahreshauptversammlung durch die Wahl zum Ehrenobmann gewürdigt.

Ein würdiger und ambitionierter Nachfolger in dieser Funktion wurde in der Person des Kollegen Kurt PFEIFFER gefunden, und gleich in diesem Jahr konnte ein lang gehegter Wunsch der Musiker erfüllt werden. Unter den Obmännern Erich STEINBÖCK und Kurt PFEIFFER sowie Kassier Wilhelm HOFFMANN, konnte die traditionelle, aber nicht mehr zeitgemäße hohe Stimmung; durch die Anschaffung neuer Instrumente auf Normalstimmung umgestellt werden. Dies ermöglichte nicht nur den Einsatz von Saxophonen, sondern trug auch erheblich zur Klangverbesserung bei.

Jahrelanges sparsames Wirtschaften, Vergrößerung des Mitgliederstandes und die Anhebung der Mitgliedsgebühr von 50 Groschen auf 3.-Schilling ermöglichte so die größte finanzielle Leistung in der Vereinsgeschichte.

Bedingt durch den steigenden Wohlstand und dem fehlen des „Nachschubes" vom Militär, (wie zur Zeit nach dem ersten Weltkrieg ) litten die Musikvereine der Bahnhöfe Schwechat, Matzleinsdorf, Zfltg.Wien Süd und Stadlau stark unter dem Mangel an Musikern, was zur Folge hatte dass sie oft nicht mehr spielfähig waren. Das führte dazu, dass die restlichen Musiker bei uns im Orchester mit Freude aufgenommen wurden, und sich die Vereine mit unserer Musiksektion fusioniert haben. Dadurch stiegen nicht nur der Mitgliederstand sondern auch die Aufgaben die wir zu übernehmen hatten.

Bei der Generalversammlung am 15.April 1980 wurde folgende Musiksektionsleitung einstimmig gewählt: Präsident Bf.-Vorstand Wilhelm Bachmayer, Obmänner weiterhin Erich STEINBÖCK und Kurt PFEIFFER, Kassier Wilhelm Langbein und Schriftführer Robert SOMMER.

Unsere schwäbischen Freunde von der Gemeindekapelle Eningen u.A. feierten vom 13. bis 17. Mai 1982 ihr 75jähriges Bestandsjubiläum und wir waren als Gastkapelle zu den Feierlichkeiten eingeladen. Vom 1. bis 3. Oktober 1982 beteiligten wir uns am Treffen der Eisenbahnerblaskapellen, an dem 1000 Musiker aus ganz Europa teilnahmen. Somit konnte das Orchester in diesem Jahr mit 36 Konzerten eine Höchstzahl an Auftritten erreichen.

Für die Uniformblusen wurden 300 Stück, von Robert SOMMER entworfene, Stoffabzeichen angekauft. Beim Wiener Blasmusikverband fungierte als Vertreter der Musiksektion Wien Süd-Ost, Kollege Franz GUSENBAUER

Vom 28. April bis 2. Mai 1984 hatten wir wieder unsere langjährigen Freunde aus Eningen u.A. zu Gast, die nicht nur beim Maiaufmarsch, sondern auch beim Bahnhof - Fest der Ortsgruppe Wien Süd-Ost, teilnahmen.

1985 erreichte unser Orchester beim Wertungsspiel des Blasmusikverbandes Wien, in der Mittelstufe die Note „sehr gut".  Der Gegenbesuch bei unseren schwäbischen Freunden in Eningen u.A. fand in der Reutlinger Lokalpresse starke Beachtung und eine vorzügliche Kritik unserer Konzerte.

Ein besonderer Freudentag war der 22. Oktober 1987 für unseren Kapellmeister Johann ÖSTERREICHER. In Anerkennung seiner Verdienste als Kapellmeister der Eisenbahnermusik Wien Südbahnhof, der Stadtmusik Baden, mehrfach preisgekrönter Komponist sowie Gründer und Leiter der Musikschule Pfaffstätten, wurde ihm der Berufstitel "PROFESSOR" verliehen. Da unser „HANSI" nicht nur seine Laufbahn als Eisenbahner, sondern auch als Kapellmeister bei uns am Südbahnhof begonnen hat, dürfen wir uns in aller Bescheidenheit auch einen kleinen Teil dieser Ehrung an unsere Fahnen heften.

Im September hatten wir eine jugoslawische Musikgruppe zu Gast und das ständige Bemühen unseres geschäftsführenden Obmannes Kurt PFEIFFER, den Mitgliederstand zu erhöhen wurde durch den bisherigen Höchststand von 3002 Mitgliedern belohnt. Unser Präsident war Bhf. Vorstand Günther OPRAVIL.

Die Musikfreunde aus Eningen besuchten uns wieder vom 29. April bis 2. Mai 1988 und beteiligten sich wie immer am Aufmarsch zur 1. Mai-Feier. Der Ausflug mit unseren Gästen führte uns nach Sopron (Ungarn), der auch diesmal, dank einer hervorragenden Organisation, wieder ein voller Erfolg, war. Am 3. November gratulierten wir unserem Ehrenpräsidenten Karl PLUHAR zu seinen 70. Geburtstag und der neue Bf. Vorstand Franz CADILEK übernahm von  Reg.Rat Günther OPRAVIL, das Amt des Präsidenten.

Ab dem Jahre 1990 erfolgte ein weiterer Generationswechsel in der Führung der Musiksektion. Erich STEINBÖCK, der seit nunmehr 31 Jahren als Obmann fungierte, sowie Kurt PFEIFFER, der 13 Jahre als geschäftsführender Obmann dem Verein diente und seiner Ruhestandsversetzung entgegensah, stellten ihre Funktion zur Verfügung.

Die Obmänner Gerhard WIDY und Reinhold TREIBER, der auch als Musiker in der Kapelle tätig war, sowie Kassier Franz GUSENBAUER und ROBERT SOMMER als Schriftführer, bildeten die neue Sektionsleitung.

In Anerkennung ihrer Verdienste um die Musiksektion Wien Süd-Ost wurden die Kollegen Erich STEINBÖCK und Kurt PFEIFFER, einstimmig zu Ehrenobmännern gewählt.

Außer den jährlich ständig wiederkehrenden Konzerten gab es einige herausragende Auftritte. Die Hochzeit unseres Generaldirektors der ÖBB, Dr.ÜBLEIS, die Feier 100 Jahre Piestingtal - Bahn, sowie diverse Eröffnungen und Grundsteinlegungen rundeten das Jahresprogramm ab. Besonders hervorzuheben ist unsere Teilnahme beim Großheurigen in Pfaffstätten, die sich in diesem Jahr zum 30. male jährte.

Eine ehrenvolle Einladung erreichte uns von unseren Musikfreunden der Stadtgemeinde Eningen u.A. Die Gemeinde feiert ihr 900 Jahr - Jubiläum und wir wirkten in der Zeit vom 14. bis 17. September 1990 bei den Feierlichkeiten mit.

Bedingt durch die Neustrukturierung der ÖBB, bei der viele Kollegen ihren Arbeitsplatz wechseln mussten, bzw. in Pension gingen, fand auch ein starker Wechsel in der Vereinsführung statt. Obmänner waren vom Jahre 1990 bis 2008 die Kollegen: Gerhard WIDY, Walter SEMBERA, Heinz CHRIST, Wernfried HAYDU und Ernst MÜLLNER. Unser Kollege Reinhold TREIBER, der seit 1990 die Tagesgeschäfte erledigte, wurde nach seiner Ruhestandsversetzung, bei der Jahreshauptversammlung am 17. Februar 2009 zum Obmann der Musiksektion gewählt. Der Musikkollege Helmut ARCHAN, der sich seit seiner Ruhestandsversetzung wieder mit der Trompete angefreundet hat, wurde zum 1. Stellvertreter und Peter DYDUCH als Betriebsratsvorsitzender, zum 2. Stellvertreter gewählt.

Die Zeit blieb nicht stehen und im Jahre 2000 ersuchte Professor Johann ÖSTERREICHER die Sektionsleitung, ihn aus gesundheitlichen Gründen von der Funktion des Kapellmeisters, die er nun seit 31 Jahren ausübte, zu entbinden. Als Musiker will er dem Orchester erhalten bleiben. Diesem Ersuchen musste schweren Herzens entsprochen werden und bei der Jahreshauptversammlung am 18.April 2000 wurde Johann ÖSTERREICHER in Würdigung seiner Verdienste und als längst amtierender Kapellmeister in der Geschichte des Vereines, per Akklamation zum Ehrenkapellmeister auf Lebenszeit gewählt.

Franz LENTNER sen., der seit nunmehr 45 Jahren das Amt des stellvertretenden Kapellmeisters ausübte, wurde in Würdigung seiner Verdienste, einstimmig zum Ehrenmitglied der Musiksektion Wien Süd-Ost gewählt.

Als neuer Kapellmeister wurde Franz LENTNER jun. gewählt. Der Sohn von Franz LENTNER sen. spielte seit einigen Jahren in der Kapelle Klarinette und Flügelhorn, wirkte am Konservatorium der Stadt Wien als Musiklehrer und hat eine abgeschlossene Ausbildung zum Kapellmeister.

 

Die neue Betriebsstruktur der ÖBB machte es notwendig die Eisenbahnermusikvereine im „Kulturverein der österreichischen Eisenbahnen" zu vereinen. Wir sind nun  in einem Dachverband, behalten aber unseren Namen und die Eigenständigkeit.

Trotz steigender Personalprobleme bei den Musikern durch Überalterung, konnten die Anforderungen an das Orchester immer erfüllt werden. Außer den jährlich wiederkehrenden Auftritten sind die gegenseitigen Besuche mit unseren Musikfreunden aus Eningen zu erwähnen.

Im Jahre 1992, 1996 und 2000 waren unsere  Eninger Musikfreunde in Wien und 1994 und 1998 war unser Orchester in Eningen.

Im Jahre 2002 beendeten leider die Dirigenten Franz LENTNER sen. und jun. ihre Tätigkeit bei der Musiksektion und bis zum Jahre 2006 musste sich die Kapelle mit Aushilfsdirigenten behelfen. Dann erfolgte aber wieder ein Quantensprung in der Geschichte des Orchesters. Als Kapellmeisterin fungiert, in der bisherigen Männerdomäne, eine junge Frau. Gabriela EGLE spielt nicht nur Klavier und Klarinette, sondern verfügt auch über ein Diplom über den erfolgreichen Abschluss des Dirigentenlehrganges vom N.Ö. Blasmusikverband. Seit 2007 ist Gabriela EGLE auch in der Konzernrevision der ÖBB-Holding A.G. tätig und somit auch eine Eisenbahner Kollegin. Leider beendete sie ihre Tätigkeit im Herbst 2009.

Unser Ehrenkapellmeister, Prof. Johann Österreicher, der in der Kapelle als Posaunist noch immer mitspielte, erklärte sich in dankenswerter Weise bereit die Leitung des Orchesters zu übernehmen, was im Hinblick auf unser bevorstehendes 90 Jahrjubiläum von unschätzbarem Wert ist.

Der Abriss des Wiener Südbahnhofes Ende 2009, und der dadurch entstandene Verlust unseres Probelokals, stellte uns wieder vor ein schweres Problem. Der Vermittlung und tatkräftigen Mithilfe des Bezirksvorsteherin-Stellvertreters von Favoriten und Obmannes der Pensionisten-Exekutive Wien Süd-Ost, Josef  KAINDL, ist es zu verdanken dass unsere Kapelle wieder ein adäquates Probelokal, und zwar in der Pädagogischen Hochschule in Favoriten, beziehen konnte.

Die Schwerarbeit des Umzuges bewältigten die Obmänner TREIBER und ARCHAN sowie die Archivare ULLMAN und HINTERMAYER mit Bravour im Frühsommer 2009, sodass die Probenarbeit im Herbst wieder beginnen konnte.

Auf Initiative von Obmann-Stellvertreter, HELMUT ARCHAN, mit Unterstützung des gesamtenAusschusses , ist es im Frühjahr 2010 gelungen, mit relativ geringen Mitteln die Musiker mit je zwei weißen Hemden und aktuellen Uniform-Anoraks und Uniformblusen auszurüsten, wodurch man dem einheitlichen  Erscheinungsbild der Kapelle wieder einen Schritt näher kam.

Naturgemäß nimmt das Ausmaß der Chronik mit dem Alter des Jubilars zu und so erklärt sich die Länge dieses Elaborats. An dieser Stelle wollen wir all jener Idealisten, Musikern, Funktionären und Mitgliedern, auch die heute nicht mehr unter uns weilen, danken für ihre hingebungsvolle Arbeit und Treue, ohne die wir heute dieses Jubiläum nicht feiern könnten. Wir wollen in ihrem Sinne nach besten Kräften weiterarbeiten damit wir zusammen mit unseren treuen Mitgliedern, den 100  jährigen Bestand unserer Musiksektion wieder miteinander feiern können.

 

Der Chronist                                             Wien im Mai 2010

JOSEF HRNECZEK

Ehrenobmann

 

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